Doch betrachten wir zunächst
die Fakten: Im Jahre 1742 meldete der Kammerrat Storch von
der Freusburg, im Schindetal wäre ein Weiher entdeckt worden. Offenbar
hätten die "Siegischen" den Bach aufgestaut und leiteten ihn mit Hilfe
eines Kanals um auf ihre Metallhütten im Gosenbachtal. Außerdem
beschwerte er sich darüber, dass die Hüttenleute aus Niederschelden
den Gosenbach, der die Grenze darstellte, mit Schlacken zuschütteten,
wodurch sich der Verlauf des Baches immer mehr zu Ungunsten des saynischen
Gebietes verschieben würde. Der aus Sachsen stammende "Grenzjäger"
Blaufuß, der für Niederschelderhütte zuständig war,
erhielt den Befehl, die Dämme und Wehre der Siegenschen zu zerstören
und dafür zu sorgen, das der alte Grenzverlauf wieder hergestellt
würde.

Diese Skizze
von 1742 zeigt unten die Sieg, an der Mudersbach (links) und Niederschelderhütte
(rechts) liegen. In die Sieg mündet rechts unten ein Bach, an dessen
oberem Lauf man links in der Mitte des Bildes den Damm erkennt, den die
nassauischen Hüttenleute errichtet haben. Auch der von dem Bach abgehende
Kanal, mit dessen Hilfe sie das Wasser zu ihrer Hütte leiteten, ist
rechts zu sehen.
Hier liegt die erste Erwähnung
eines Weihers oder Dammes im Schindetal vor, die wir kennen. Allerdings
hinterlässt der Text zunächst mehr Fragen als Antworten: Warum
stauten die siegener Hüttenleute den Schindebach auf? Wofür wurde
das Wasser benötigt? Für wen war der Bericht des Kammerates Storch
bestimmt? Wie kam ein sächsischer Grenzjäger hierher? Und zu
wessen Herrschaftsgebiet gehörten zu diesem Zeitpunkt Niederschelden
und Mudersbach/Niederschelderhütte?
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